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2title: "Schicksale weiterer jüdischer Mitbürger"
3sidebar_label: "Teil 20 – Weitere Schicksale"
4sidebar_position: 20
5description: "Familienschicksale: Dramatische Flucht aus Nazi-Deutschland. Lore Blumenthal berichtet 1995: Ich schreibe diesen Bericht hauptsächlich für meinen Bruder Werner."
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8# Familienschicksale: Dramatische Flucht aus Nazi-Deutschland.
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10# Lore Blumenthal berichtet 1995:
11
12*Ich schreibe
13diesen Bericht hauptsächlich für meinen Bruder Werner. So oft ich auch
14versuchte ihm davon zu erzählen, was damals geschah, konnte ich mein Vorhaben
15nicht zu Ende bringen. Zugleich hoffe ich, mir hiermit das Geschehen von der
16Seele schreiben zu können.*
17
18*\*          \*          \**
19
20*In der Nacht des 8. November 1938, vielmehr
21in den frühen Morgenstunden des 9. November – es war etwa 2 Uhr – schellte es
22ohne Unterbrechung. Man hatte ein Streichholz neben den Klingelknopf geklemmt.
23Man versetzte uns zunächst in Schrecken, während man dabei war, eine andere
24Wohnung in der Nähe zu demolieren.*
25
26*Papa brachte
27Mutti, Opa und mich ganz leise auf den Dachboden und schloß uns dort in einen
28kleinen Raum ein. Er selbst und Hermann blieben unten in der Wohnung.*
29
30*Endlich hatten die
31Nazis ihr Werk weiter unten auf der Straße beendet und nun waren wir an der
32Reihe: Etwa 20 bis 25 SA-Leute jagten Papa und Hermann aus unserer Wohnung ins
33Treppenhaus. Dort mußten sie mit dem Gesicht zur Wand und hoch erhobenen Händen
34stehen bleiben. Die SA-Leute trugen alle hölzerne oder stählerne Knüppel bei
35sich (wahrscheinlich waren es die üblichen Gummiknüppel, Anm. d. Verfassers).
36Ob sie Papa oder Hermann geschlagen haben, weiß ich nicht. Keiner von beiden
37hätte uns davon erzählt.*
38
39*Oben auf dem Boden
40hörten Mutti und ich lautes Krachen und wir zitterten am ganzen Leibe. Opa war
41doch taub und so war es nicht leicht, ihn zu beruhigen, zumal wir uns ihm in
42der Dunkelheit nicht verständlich machen konnten. Nach den längsten zwei
43Stunden in unserm Leben wurde es wieder ruhig und Papa kam, um uns zu holen.*
44
45*Als wir in unsere
46Wohnung kamen, sahen wir, dass alles kaputtgeschlagen war. Überall lag
47zerbrochenes Glas. Papa sagte zu Mutti: Alles ist ruiniert. Muttis Antwort:
48Hauptsache, dass dir nichts passiert ist.!*
49
50*Jedes Bild war
51zerschnitten, jedes Einrichtungsteil zerschlagen. Silber, sowie Bettwäsche
52waren aus dem Fenster geworfen, Muttis Schmuck war gestohlen worden. Man konnte
53sich nirgends hinsetzen, da alles voller Glasscherben war. Wir versuchten ein
54wenig wegzuräumen, damit Mutti sich etwas hinlegen konnte. Inzwischen dämmerte
55es schon.*
56
57*Ich schaute aus dem bleiverglasten, bunten Fenster in Opas
58Zimmer, wo ich selbst nicht gesehen werden konnte. Von dort aus sah ich, wie
59die Synagoge brannte.*
60
61*Gegen 8 oder 9 Uhr
62vormittags kam wieder eine Horde SA-Leute und verhafteten Papa und Hermann.
63Sie, wie alle andern männliche Juden in Bochum, brachte man auf die
64Polizeiwache.*
65
66*An diesem Tag
67hatten die Kinder schulfrei. Etliche folgten einem SA-Mann, der mal bei uns
68angestellt gewesen war, und der sie aufforderte, Steine in unsere Wohnung zu
69werfen und so noch das letzte heile Glas zu zertrümmern. Wir schlossen alle
70Türen und verbrachten die meiste Zeit des Tages im Flur, damit wir nicht selbst
71von Steinen getroffen wurden. Da wir die Nacht nicht in der Wohnung verbringen
72konnten, gingen wir eine Etage höher zu Lyons, die uns erlaubten, in ihrer
73Küche zu schlafen. Am nächsten Tag halfen Karl-Heinz und Frau Müller uns bei
74dem Versuch aufzuräumen.*
75
76*Wenige Tage nach
77ihrer Verhaftung wurden Papa und Hermann in Viehwagen in das KZ Sachsenhausen
78bei Berlin transportiert. Erstmals musste Mutti allein die Verantwortung für
79uns tragen.*
80
81*Zu dieser Zeit war
82Werner in Berlin, ging dort zur ORT-Schule, um eine Schlosserlehre zu machen.
83Er war gerade 15 Jahre alt – aber die Gestapo in Bochum suchte ihn. Kurz darauf
84ergab sich für 10 Jungen der ORT – Schule die Möglichkeit, mit einem
85Kindertransport nach England auszureisen. Werner sollte dabei sein. Mutti war
86bemüht, ihn sicher auf den Transport zu bringen. Als dann der Krieg ausbrach,
87wurden Werner und die andern Jugendlichen zu „feindlichen Ausländern“, später
88interniert und für einige Jahre in Kanada hinter Stacheldraht verbannt.*
89
90*In Bochum war
91Mutti immer wieder zur Gestapo gegangen 
92-   das fiel ihr
93verständlicherweise sehr schwer  -, um sich
94nach Papa und Hermann zu erkundigen. 
95Nach etwa sechs Wochen sagte man ihr, dass Papa entlassen würde, was
96dann auch passierte.*
97
98*Als Papa das KZ
99Sachsenhausen verlassen konnte, war sein erster Weg zu der Adresse, wo Werner
100in Berlin gewohnt hatte. Dort erfuhr er, dass dieser nach England emigriert
101war. Das traf ihn zunächst schwer, doch zugleich war er glücklich, seinen Sohn
102in Sicherheit zu wissen. Endlich kam Papa nach Hause. Seine Haare waren
103abrasiert, sein Anzug kaum wieder zu erkennen, so zerknittert war er. In
104Sachsenhausen hatte man alle Kleider in irgendeiner Desinfektionsmaschine so
105behandelt, dass sie nie wieder glatt werden konnten. Etwa zwei Wochen später
106kam auch Hermann.*
107
108*-   Es begannen
109verstärkt die Mühen, eine Ausreisemöglichkeit aus Deutschland zu finden. Papa
110versuchte es mit jedem erdenkbaren Land: Argentinien, Chile, Brasilien  usw. Aber alle Staaten hatten ihre Grenzen
111geschlossen. In ihrer Verzweiflung beschloß die Familie, einen illegalen Ausweg
112zu finden. Man wollte nachts durch den Wald über die Grenze nach Belgien
113marschieren. Menschen, die uns „über die grüne Grenze“ bringen wollten, waren
114gefunden, bezahlt und alles war vorbereitet. In letzter Minute gab Papa einer
115bösen Ahnung nach und es wurde entschieden, die Sache abzublasen. Alle Leute,
116die in dieser Nacht den gleichen Weg wählten, wurden erfasst und erschossen.*
117
118*Juden durften nur noch zwischen vier und fünf Uhr
119nachmittags einkaufen. Da alle Lebensmittel schon rationiert waren, gab es um
120diese Zeit kaum noch etwas zu kaufen. Einige Läden weigerten sich auch, uns zu
121bedienen. Nichtjüdische Freunde sorgten dafür, dass wir dennoch bekamen, was
122wir brauchten.*
123
124*1939 wurde ich mit
125einem Kindertransport nach Holland geschickt. Es war für mich eine schreckliche
126Zeit. Ich hatte furchtbares Heimweh.*
127
128*Kurz nach meiner
129Abreise nach Holland beschlagnahmte die Gestapo unsere Wohnung. Die SS brauchte
130sie. Zu unserm Glück hatten wir so gute Freunde wie Lewkonjas, die Mutti, Papa
131und Hermann bei sich aufnahmen. Opa hatte die Familie bereits in ein Altersheim
132eingekauft, in der Hoffnung, dass er dort seinen Lebensabend unter
133seinesgleichen verbringen könnte. Er kam dennoch nach Theresienstadt und kam
134dort um.*
135
136*Papa war damit beschäftigt, vielen jüdischen Familien in
137Bochum bei dem vielen Papierkram zu helfen, der zur Emigration anfiel. Die
138Hapag, ein Reisebüro in Essen, hatte ihn angestellt; so konnte er den
139Auswanderern bei der Beschaffung ihrer Passagen behilflich zu sein.*
140
141*Endlich konnte Papa Visa für Kuba bekommen. Die Gestapo
142liess mich grosszügig aus Holland zurückkommen -  für drei Tage! - ,um dann mit der Familie
143nach Kuba auszureisen. Hermann holte mich an der Grenze ab. Als wir zu Hause
144ankamen, machte uns Mutti die Türe auf. Sie war weiss wie ein Gespenst. Gerade
145hatten sie die Nachricht erhalten, dass auch Kuba seine Grenzen geschlossen
146hatte.*
147
148*Was mich betraf:
149Ich war glücklich, wieder bei der Familie sein zu können. Da die Gestapo wußte,
150dass wir verzweifelt versuchten auszuwandern, machte man uns keine zusätzlichen
151Schwierigkeiten. Zu dieser Zeit mußte jeder jüdische Mann den Namen Israel,
152jede Frau den Namen Sara annehmen.*
153
154*Eines Tages wurde
155allen polnischen Juden befohlen, binnen zwei Stunden zur Deportation auf dem
156Bahnhof zu erscheinen. Sie durften jeweils nur einen Koffer mitnehmen. Mutti,
157Papa und Hermann sowie auch Lewkonjas stellten Tische auf dem Bahnsteig auf;
158Mutti, und Grete Lewkonja schmierten Brote für die Betroffenen, Papa und die
159andern halfen ihnen bei ihrem Gepäck. In ihrer Aufregung und der Eile hatten
160sie die unwichtigsten Dinge eingepackt. Papa sorgte dafür, dass möglichst jeder
161eine Decke und warme Kleidung dabei hatte anstelle unnützer Dinge.*
162
163*An diesem Abend
164ließ Papa jeden von uns einen Koffer packen – nur warme und feste Kleidung.
165Diese Koffer sollten unter den Betten und immer bereit bleiben.*
166
167*Damals gab es fast
168nächtlich Bombenangriffe und wir verbrachten die meiste Zeit im
169Luftschutzkeller. Wir gingen angezogen ins Bett, da wir sonst zum Anziehen
170keine Zeit haben würden. Manchmal stand ich im Dunkeln mit Papa am Fenster und
171wir beobachteten Luftkämpfe zwischen deutschen und britischen Fliegern.*
172
173*Nun suchte Papa
174nach Wegen, in die USA zu kommen. Da wir dort keine Verwandten hatten,
175brauchten wir dazu erhebliche Bürgschaften. Unser guter Freund Felix Röttgen,
176der bereits in Amerika war, schlug vor, dass Hermann erst allein kommen solle.
177Es wäre leichter, eine Bürgschaft für eine Person zu bekommen und würde für uns
178einfacher, da wir dann ja einen Verwandten dort hätten.*
179
180*Hermann fuhr
181schließlich allein, mit schwerem Herzen. Seit vielen Jahren trennte er sich
182erstmals von uns, seiner Familie. Als er erst einmal dort war, gelang es ihm
183mit Felix, ausreichende Bürgschaften für uns zu bekommen.*
184
185*Als schliesslich unsere Quotennummer beim amerikanischen
186Konsulat an die Reihe kam forderte man uns auf, zu einem bestimmten Zeitpunkt
187dort zu erscheinen. Wir sollten einen Beweis vorlegen, daß wir im Besitz einer
188Überfahrtsbuchung waren. Was Papa uns erst viel später erzählte: Er hatte eine
189Scheinbuchung gemacht, die aber die Unterschrift des Hapag-Managers trug. In
190seinem Vertrauen zu Papa  hatte er die
191Papiere unterschrieben ohne zu wissen, dass sie falsch waren. Während der
192ganzen Zeit hatte Papa auch Geld an die Hapag in Madrid für uns überwiesen, um
193damit eines Tages eine echte Passage nach Amerika buchen zu können.*
194
195*Schließlich fuhren
196wir nach Stuttgart zum amerikanischen Konsulat. Unsere Fingerabdrücke wurden
197registriert und wir mussten zu einer ärztlichen Untersuchung. Vor lauter Angst
198war ich leichenblass, worauf Mutti mich ständig in die Wangen kniff, damit ich
199gesunder aussehe. Sie selbst half sich mit etwas mehr Rouge.*
200
201*Wir erhielten
202unsere Visa zur Einreise in die USA am 27. Mai 1941. Onkel Pitz brachte uns zum
203Flughafen. Es war schwer, Abschied zu nehmen. Wir wussten aber, dass Pitzens
204Nummer bald an die Reihe kommen und er uns nachfolgen würde. Als es sich von
205Papa verabschiede flüsterte er ihm zu: Gestern Abend hat das amerikanische
206Konsulat seine Pforten geschlossen. Das hiess, : Es gab keine Visa mehr für die
207USA. Da Papa ja wusste, wie sehr Mutti an ihrem Bruder hing, hat er ihr diese
208Nachricht erst einmal verschwiegen.*
209
210*Wir durften jeder
21110 US-$ und nur einen Koffer mitnehmen. Mutti und ich hatten darum so viele
212Sachen angezogen, dass ich kaum gehen, geschweige denn atmen konnte.*
213
214*Nun waren wir
215endlich in der Maschine. Erste Landung: Münschen. Alle Passagiere mußten
216aussteigen und plötzlich waren wir drei ausgesondert, um von Kopf bis Fuss
217durchsucht zu werden. Mit all den Kleidungsstücken am Leib brauchte ich
218verständlicherweise sehr lange, um mich auszuziehen. Endlich durften wir wieder
219an Bord. Beim Abflug sagte Papa:“ Atmet tief durch, wir sind raus. Die nächste
220Landung ist in Lyon.“ Als wir dort landeten, kam uns als erstes ein SS-Mann vor
221die Augen. Zum Glück wurden wir nicht belästigt.*
222
223*Es ging weiter
224nach Madrid. Mir war die ganze Zeit über schlecht – kein Wunder, da ich vor
225lauter Kleidung kaum atmen konnte. In Madrid waren es fast 40° C, es war Juni.
226Ich entledigte mich darum erst einmal aller Anziehsachen bis auf ein Kleid.*
227
228*Papa hatte in
229Madrid für ein Hotelzimmer vorgesorgt, wiederum durch die Hapag, wir wussten
230also, wohin. In diesem Hotel wohnten auch zahlreiche andere Flüchtlinge. Am
231nächsten Tag bemühte sich Papa bei der Hapag um eine Passage in die USA.*
232
233*Nach einigen
234Wochen war endlich ein Schiff gefunden, das Platz für uns hatte. Es würde aber
235ab Lissabon fahren. Ich glaube, sein Name war „Balboa“. Nun ging es wieder Tag
236für Tag zur Jagd auf ein Visum ins portugiesische Konsulat. Und von Woche zu
237Woche verschob sich der Abfahrtstermin des Schiffes. Schliesslich sollte es
238übermorgen um 5.30 Uhr nachmittags ab Lissabon losgehen.*
239
240*Am nächsten Tag
241erhielten wir endlich unsere Visa für Portugal sowie einen Flug, der mittags um
242eins aus Madrid nach Lissabon starten sollte. Damit konnten wir gerade noch
243rechtzeitig das Schiff erreichen. Nun – wir kamen in ein kräftiges Gewitter.
244Der Pilot bemühte sich, dem Unwetter auszuweichen, hatte dann aber nicht mehr
245genug Treibstoff!. Kannst du dir Mutti vorstellen im Flugzeug bei einem
246Gewitter?!*
247
248*Wir mussten
249Notlandung in Casanez machen.  Dort gab
250es nur eine kleine Landebahn, nur einen Krug voll Wasser, aber kein Benzin. Das
251musste erst aus Madrid besorgt werden. Man brachte uns auf Kosten der
252Fluggesellschaft in einem Hotel unter. Die Räume waren aber voller Ungeziefer
253und wir blieben die ganze Nacht auf. Natürlich hatte inzwischen unser Schiff
254den Hafen ohne uns verlassen. Am nächsten Tag kam das Benzin und wie konnten
255weiterfliegen.*
256
257*In Lissabon brachte Papa Mutti und mich wieder in ein Hotel
258und ging sofort zur „Hias“, um Hilfe zu bekommen. Als erstes holte man uns aus
259dem offenbar teuren Hotel heraus und brachte uns bei einer jüdischen Familie in
260Lissabon unter.*
261
262*Die „Hias“ ist
263eine jüdische Hilfsorganisation, die nicht nur jüdischen Menschen zur Verfügung
264steht sondern allen, die Hilfe brauchen. Jeden Tag ging Papa dort hin, um eine
265andere Passage aufzutreiben. Schliesslich sagte man ihm, dass schon morgen ein
266amerikanisches Schiff führe, dass aber nur eine Kabine zur Verfügung stehe. Wir
267hätten uns inzwischen schon mit einer halben Kabine begnügt. An Geld fehlten
268uns allerdings 35 US $. Die „Hias“ half uns aus und so konnten wir am 15.
269August 1941 An Bord der „Excalibur“ gehen. Der nächste Tag war mein Geburtstag
270und den durfte ich nun auf amerikanischem (Schiffs-)Boden feiern.*
271
272*Zehn Tage lang war
273ich seekrank, bis wir schliesslich am 25. August 1941 unser Ziel erreichten. Am
274frühen Morgen, bei der Einfahrt in den Hafen von New York, standen wir alle an
275Deck, um mit ungläubigen Augen die Dame des Hafens zu begrüssen, die
276Freiheitsstatue. Damals habe ich zum ersten Mal im Leben Papa weinen sehen. Der
277Mann, der nicht nur für uns, sondern auch für so viele Menschen ein Fels in der
278Brandung gewesen war, konnte endlich wieder tief durchatmen. Es war ein
279glücklicher Tag.*
280
281*Hermann, Felix und
282Lisa Röttgen empfingen uns am Pier. Sie brachten uns zum Haus des Rabbiners
283Steven Weiss. Dort wurden wir Neuankömmlinge untergebracht. Sie konnten dort
284kostenlos wohnen, bis sie Arbeit gefunden hatten und in der Lage waren, eine
285Wohnung zu mieten. Papa fand schon nach fünf Tagen Arbeit und Mutti wenige Tage
286danach. Ich übernahm die Haushaltspflichten. Als erstes schickte Papa die
287geborgten 35 $ an die „Hias“.. Über die Jahre haben wir ihnen noch manche
288Spende gesandt, damit sie weiter vielen Menschen helfen sollten.*
289
290*Ein weiterer
291glücklicher Tag wurde der 17. März 1947. An diesem Tag wurden wir als Bürger
292der Vereinigten Staaten von Amerika vereidigt.*
293
294---
295
296*Aus der Reihe von Helga Fredebold, ursprünglich veröffentlicht am 2012-06-24 auf [fredebold.blogspot.com](https://fredebold.blogspot.com/2012/06/200-judische-geschichte-in-rossing-20.html).*