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2title: "Die Schicksale der vier anderen Brüder"
3sidebar_label: "Teil 19 – Die vier anderen Brüder"
4sidebar_position: 19
5description: "Die Schicksale der vier anderen Brüder Robert Blumenthal Robert Blumenthal, der vierte der fünf Brüder, hatte einen kaufmännischen Beruf und lebte einige Zeit i"
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8**Die Schicksale der vier anderen Brüder**
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10**Robert Blumenthal**
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12Robert Blumenthal, der vierte der fünf Brüder, hatte einen
13kaufmännischen Beruf und lebte einige Zeit in Wiesbaden. Mit seiner Frau Edith
14hat er zwei Kinder. Ab Juli 1934 wohnt er wieder in Rössing, am 8.6.1936 zieht
15die Familie nach Hannover, wohnt in der  
16Nordmannstrasse 11. Später lebt die Familie in der Josephstraße 2., in
17einem Haus, in dem  jüdischen Familien
18zusammengezogen werden. Am 15. Dezember 1941 wird die Familie mit dem ersten
19Transport, der in einem Vernichtungslager endete, nach Riga verbracht und kommt
20dort um.
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22Quelle: Erinnerungsblatt der Mahn- und Gedenkstätte Ahlem
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24**Willi Blumenthal**
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26Roberts ein Jahr jüngerer Bruder Willi hatte 1933   in eine Schlachterei in Horn (Lippe)
27eingeheiratet. Das Ehepaar hat zwei Kinder. Die Kinder und die Mutter sind vom
28Terrorregime des NS  ermordet worden.
29Willi Blumenthal hatte ein besonderes Schicksal.
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31Er war als KZ-Häftling in Frankreich zum Bau von Befestigungsanlagen
32eingesetzt worden und sollte, als er nicht mehr arbeitsfähig war, zusammen mit
33seinen Leidensgenossen in Güterwaggons nach dem Osten zur Vernichtung
34abtransportiert werden. Irgendwie schaffte er es, sich eine Zange zu
35organisieren. Auf dem Weg durch Belgien gelang es ihm, damit den Waggon
36aufzubrechen und aus dem fahrenden Zug zu springen. Belgische Bauern fanden und
37versorgten ihn, bis die Amerikaner im Frühjahr 1945 einrückten und er befreit
38wurde.
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40Als er sich nach Kriegsende mit seinen Brüdern in den USA in
41Verbindung setzt, ermöglichen sie ihm die Ausreise nach Amerika. Er arbeitet
42dort wieder als Metzger und heiratet noch einmal. Willi Blumenthal besucht noch
43einmal seine Heimat in Rössing, 1983 
44stirbt er in New York.
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46**Hermann Blumenthal**
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48Er war der zweitälteste der fünf Brüder und nicht
49verheiratet. Er wohnt zeitlebens bei der Familie seines ältesten Bruders
50Gustav, mit dem ihn eine enge geschäftliche und menschliche Beziehung
51verbindet. In Bochum sind sie Inhaber oder Teilhaber eines größeren
52Textilgeschäftes oder -kaufhauses und sehr wohlhabend. Nachdem die Nazis sie
53enteignet und ihr Geschäft „arisiert“ haben, 
54eröffnen sie ein kleines Etagengeschäft für Stoffe und Kurzwaren. Als
55ihnen am 9. November 1938 auch diese Existenz zerstört wird und sie ins
56Konzentrationslager nach Sachsenhausen gebracht werden, schmieden sie, als sie
57nach sechs Wochen entlassen werden, notgedrungen Auswanderungspläne.
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59Hermann erlernt in weiser Voraussicht das Schweißen, um sich
60eventuell mit einem handwerklichen Beruf durchzuschlagen - was sich als sehr
61nützlich erwies, als ihm im Frühjahr 1940 die Ausreise in die USA nach
62Überwindung großer Schwierigkeiten gelingt. Dort findet er wirklich Arbeit als
63Schweißer und arbeitet an zwei Stellen, um die Bürgschaften für seinen Bruder
64und dessen Familie zusammen zu bringen, damit auch sie in die USA ausreisen
65können.
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67**Gustav Blumenthal**
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69Gustav Blumenthal lebte mit seiner Familie in sehr guten
70Verhältnissen, bevor der Terror gegen die Juden das glückliche Familienleben
71zerstört. Sein Sohn Werner muß als Fünfzehnjähriger Schüler, ebenso wie seine
72drei Jahre jüngere Schwester Lore, das Gymnasium verlassen. Er besucht dann
73eine „ORT-Schule“ bei Berlin, um eine Schlosserlehre zu machen. Mit Hilfe eines
74internationalen Schutzprogramms für gefährdete Jugendliche gelangt er noch  vor Beginn des Krieges nach England. Seine
75Eltern sieht er erst 1946 wieder. Seine Schwester Lore kommt, ebenfalls mit
76einem Kinderschutzprogramm, 
77vorübergehend nach Holland.
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79Als sich Gustav Blumenthal, dem Vater, die Chance bietet,
80eine Stellung in einem Reisebüro bei Hapag-Lloyd zu bekommen, schafft er es mit
81Glück und einem nicht legalen Trick , eine Schiffs-Passage für sich und die
82Familie zu erhalten. Im Sommer 1941 reist die Familie in die USA aus und
83schwört, niemals im Leben wieder einen Fuß auf deutschen Boden zu setzen – sie
84haben diesen Schwur gehalten und können es absolut nicht verstehen, als ihr
85Sohn Werner wieder nach  Deutschland
86zurück will. Sie leben bis zu ihrem Tode in New York. Gustav stirbt 1966 mit 73
87Jahren,  Hermann 1978 mit 81 Jahren und
88Gustavs Frau Erna 1982 mit 87 Jahren.
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92*Aus der Reihe von Helga Fredebold, ursprünglich veröffentlicht am 2012-06-24 auf [fredebold.blogspot.com](https://fredebold.blogspot.com/2012/06/200-jahre-judische-geschichte-in_5058.html).*