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2title: "Familienschicksale: Jugendtransporte ins Ausland"
3sidebar_label: "Teil 17 – Jugendtransporte ins Ausland"
4sidebar_position: 17
5description: "Familienschicksale: Jugendtransporte ins Ausland . Ein besonderes Kapitel der rassistischen Judenverfolgung im NS waren die Transporte jüdischer Kinder ins Ausl"
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8**Familienschicksale:
9Jugendtransporte ins Ausland**
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11.
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13Ein besonderes Kapitel der rassistischen Judenverfolgung im
14NS waren die Transporte jüdischer Kinder ins Ausland. Es gab ausländische
15Organisationen, die Hilfsprogramme für gefährdete Jugendliche in Deutschland
16organisierten. Wenn den Eltern die Ausreise noch nicht gelang, sahen sie darin
17eine Chance, zumindest ihre Kinder in Sicherheit zu bringen. Das geschah mit
18Billigung der NS-Behörden.
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20Auch die beiden Kinder von Gustav Blumenthal in Bochum,
21Werner und Lore, kamen in den Genuß solcher Maßnahmen, die Kinder ins
22europäische Ausland zu evakuieren, um sie dem Zugriff der Nazis zu entziehen.
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24Nachdem der Besuch der öffentlichen Schulen für jüdische
25Kinder verboten war, wurde Werner Blumenthal von seinem Vater nach Berlin
26gebracht, wo er in einer jüdischen Bildungsanstalt einen praktischen Beruf
27erlernen sollte. Nach der sog. Kristallnacht am 9. November 1938 wurde er von
28Berlin aus nach England geschickt. Mit Beginn des Krieges wurde er dort aber
29als feindlicher Ausländer interniert und nach Kanada verbracht, wo er fünf
30Jahre hinter Stacheldraht saß, bevor er wieder nach Deutschland zurückkehren
31konnte.
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33Seine Schwester Lore kam in ein holländisches Kloster, bevor
34die Deutschen in die Niederlande einfielen, während sich ihre Eltern krampfhaft
35um eine Ausreisemöglichkeit bemühten. Sie litt furchtbar unter Heimweh und
36fühlte sich todunglücklich. Als die Eltern glaubten, eine Ausreisechance nach
37Kuba zu haben, durfte sie zurückkommen. Aber diese Chance zerschlug sich wie so
38viele, und erst zum 27. Mai 1941 erhielten sie ihr Visum zur Einreise in die
39USA, die sie nach dramatischen Zwischenfällen am 25. August 1941 erreichten.
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41Die Kinder von Karl Blumenthal,  Hanna und Hans-Jürgen,  hatten nicht so viel Glück. Sie hielten sich
42wiederholt längere Zeit in Hannover auf. Einmal war Hanna „Auf dem Emmerberg
4331“ gemeldet und seit dem 7.4.1939 in Ahlem in der Israelitischen Gartenbauschule,  wo sie noch Schulunterricht erhielt,
44zeitweilig zusammen mit ihrem Bruder Hans-Jürgen. Das Mädchenheim der Schule
45war im März 1941 von der Feuerschutzpolizei belegt worden, dann richtete die
46Stadt Hannover dort ein Ausweichkrankenhaus ein. Seit Ende 1941 dienten das
47Direktorenhaus und andere Gebäude der Schule als Sammellager für die Juden der
48Regierungsbezirke Hannover und Hildesheim, die in osteuropäische
49Konzentrations- und Vernichtungslager deportiert werden sollten. Am 23. Juli
501942 wurde sie ganz geschlossen und von der Gestapo übernommen.
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52Der Landrat forderte am 23. Dezember 1941 und am 30. Januar
531942 noch einmal genaue Angaben über die Familie Blumenthal und den Aufenthalt
54der Kinder an, die zu diesem Zeitpunkt wieder in Rössing waren. Sie wurden
55einige Wochen später zusammen mit ihren Eltern nach Polen deportiert.
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57Im Nürnberger Kriegsverbrecherprozeß nach dem 2. Weltkrieg
58wurde festgestellt, daß am 31.Juli.1941 der Befehl zur sog. „Endlösung"
59der Judenfrage durch Vernichtung erteilt worden sei. Dieses Datum wird aber
60heute in Frage gestellt. Die NS- Gesetzgebung war schon viel früher auf  den Holocaust perspektiviert.
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64*Aus der Reihe von Helga Fredebold, ursprünglich veröffentlicht am 2012-06-24 auf [fredebold.blogspot.com](https://fredebold.blogspot.com/2012/06/200-jahre-judische-geschichte-in_3785.html).*