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2title: "1757"
3sidebar_label: "Teil 7 – 1757"
4sidebar_position: 7
5description: "Ein Diebstahl auf dem Schloß Die ältesten Judenakten in Rössing befassen sich mit einem Eigentumsdelikt. 1757 wurde ein namentlich nicht genannter Jude beim Die"
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7
8# Ein Diebstahl auf dem Schloß
9
10Die
11ältesten Judenakten in Rössing befassen sich mit einem
12Eigentumsdelikt.
13
14**1757**
15wurde ein namentlich nicht genannter Jude beim Diebstahl von
16silbernen Tressen auf dem adeligen Gute ertappt. Er war geständig
17und gab die gestohlenen Tressen auch sogleich zurück. Es war die
18Zeit des Siebenjährigen Krieges, das Kurfürstentum Hannover war von
19den Franzosen besetzt und auch in Rössing lag Einquartierung.
20
21Bei
22dem Übeltäter handelte sich um einen hier angesessenen Juden und
23Herr F.L. von Rössing als Guts- und gleichzeitig Gerichtsherr
24sperrte den Übeltäter für drei Tage im Hundestall ein, der als
25Karzer diente. Danach ließ er ihn laufen und betrachtete die
26Angelegenheit damit als erledigt.
27
28Aber
29der Gerichtsvogt der Gemeinde, G.W. Rothard, erstattete über die
30Angelegenheit postwendend schriftlichen Bericht auf dem Calenberg.
31Offenbar stand er in persönlicher Feindschaft zu dem
32Patrimonialgerichtsherrn. Das zeigt die sehr aggressive Form, die in
33all seinen diesbezüglichen Schriftstücken hervorsticht. Er war der
34Meinung, Herr von Rössing hätte kein Recht gehabt, den Delinquenten
35eigenmächtig zu entlassen. Vielmehr hätte er ihn nach drei Tagen
36„zwischen den beiden Brücken" (Schloßgraben und
37Rössingbachbrücke) dem Calenberger Gericht übergeben müssen,
38damit dieser vom Amtsgericht ordentlich abgestraft würde.
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40„*Allein
41die arglistigen Inhabers des Rössingschen*
42*Niedergerichts
43
44 versuchen öfters bei ein und den anderen Veränderungen, ob sie
45durch
46 dergleichen Einschleichung sich verbreiten können."*
47
48F.L
49von Rössing wurde vom Amt um Stellungnahme gebeten.
50
51Seine
52Antwort:
53
54„*Da
55der hier eingesessene Jude, als man ihn ertappte, die Silbertressen,
56die er in den Händen hielt*,
57*sogleich
58zurückgegeben hat*,
59*ist er
60nicht wegen Diebstahls, sondern nur wegen ungebührlicher Aufführung
61mit drei Tagen Hundezwinger bestraft. So habe ich mich auch nicht
62eines Eingriffs in die Königliche*
63*Jurisdiktion
64schuldig gemacht.“*
65
66Vereinzelt
67in den Dörfern lebende Juden hielten sich mit Vorliebe unter den
68„Adeligen Gerichtsherrn“ auf, weil sie dort meistens nicht die
69volle Härte der offiziellen restriktiven hannoverschen Judenpolitik
70traf.
71
72Quelle:
73NHSA, Sign. Hann 74, Cal Nr. 295
74
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76
77*Aus der Reihe von Helga Fredebold, ursprünglich veröffentlicht am 2012-04-26 auf [fredebold.blogspot.com](https://fredebold.blogspot.com/2012/04/200-jahre-judische-geschichte-in_7127.html).*