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title: "200 Jahre jüdische Geschichte in Rössing (6)"
date: 2012-04-26
authors:
  - helga_fredebold
tags: [juedische-geschichte, historie]
description: "Die Emancipation der Juden im Königreich Hannover Während In der Deutschen Bundesakte von 1815 die Gleichstellung der Juden formal beibehalten wurde, setzten di"
source: https://fredebold.blogspot.com/2012/04/200-jahre-judische-geschichte-in_5293.html
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Die *Emancipation*
der Juden im Königreich Hannover

Während
In der *Deutschen
Bundesakte von* ***1815***die
Gleichstellung der Juden formal beibehalten wurde, setzten die
einzelnen Deutschen Bundesländer, bis auf Preußen, sie wieder außer
Kraft.

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Mit Fragebögen wurde die jüdische Bevölkerung
wieder genau erfaßt. Es wurde nachgeforscht, wo jemand inzwischen
Grundeigentum erworben hatte und die Institution des Schutzjudentums
wurde erneuert. Die unveränderlichen Nachnamen blieben teilweise im
Gebrauch, manchmal fielen sie weg.

In
Frankreich erfolgte die Gleichstellung der Juden **1790**durch
eine einzige Akte, im Königreich Hannover dagegen war es ein
langwieriger Prozeß, der sich schrittweise über Jahrzehnte
erstreckte. 1828 wurden wieder bleibende Familiennamen eingeführt.

Die
drei Rössinger Judenfamilien mußten sich am **14.
Mai 1828**
auf dem Amt Calenberg einfinden und ihren Wahlnamen angeben. Sie
entschieden sich für die Namen, die sie auch schon während der
Franzosenzeit führten:

Neuhaus,
Neuberg und Blumenthal

**1832**Der
Gesetzentwurf zur Reform der bürgerlichen Verhältnisse der Juden,
an den „nur noch letzte Hand anzulegen war," gelangte **1836**zur
Beratung an die Stände und ging **1837**im
Verfassungskonflikt unter.

**30.
September 1842: „*****Emancipationsgesetz“***

Gesetz
über die Rechtsverhältnisse der Juden

Artikel
1, Abschnitt 1 stellte als Regel den *Grundsatz
der Gleichheit*
in Rechten und Pflichten mit den Christen auf.

§ 5
enthielt die Bestimmung:

"*Das
Schutzverhältnis der Juden, so weit es noch*
*besteht,
wird aufgehoben. Die daraus folgenden Leistungen bleiben jedoch
einstweilen und bis auf ein zu erlassendes Gesetz bestehen.*"

Die
Juden wurden zwar der allgemeinen Wehrpflicht unterworfen, aber der
Regierung stand das Recht zu, die Juden bis auf weiteres nicht zum
Militärdienst heranzuziehen.

Viele Bestimmungen des neuen Gesetzes wurden durch
Ausnahmeregelungen durchlöchert.

**1847**
folgten Ergänzungen zu dem Gesetz von 1842, unter anderem:

**das
Recht der**
**Juden,
ein Haus und 1 1/4 Morgen Acker zu erwerben.**

**Am
5. September 1848**
brachte das Gesetz die *völlige
Gleichstellung der Juden im* 
Königreich Hannover durch den Passus, daß die Ausübung der
bürgerlichen und politischen Rechte vom Religionsbekenntnis
unabhängig sein sollte. Die Juden konnten damit auch öffentliche
Ämter übernehmen und waren berechtigt zur Teilnahme an der
Gemeinde- und Landesvertretung.

**1869**sorgte
der *Norddeutsche
Bund* für
die Aufhebung der letzten persönlichen Beschränkungen.

Quelle:

Niedersächsisches
Jahrbuch 1992, Uwe Eissing S. 287 ff. (Rechtsverhältnisse der
Juden)

Niedersächsisches
Jahrbuch 1993, Wolfgang Marienfeld S. 263 ff. (Familiennamen der
Juden)
